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Bevölkerungsdichte

aus 978-3-7034-2122-8 auf Seite 36 Abb. 1
Diercke Karte Bevölkerungsdichte

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Bevölkerungsdichte

Die Karte zeigt die räumlichen Unterschiede der auf den Dauersiedlungsraum bezogenen Bevölkerungsdichte in Österreich, wobei die Berechnung auf der Basis der Politischen Bezirke erfolgte und die Wohnbevölkerung nach den Daten des Bevölkerungsregisters der Bundesanstalt Statistik Austria für die Bevölkerungszahl zum Zeitpunkt des Jahresbeginns 2007 als Grundlage herangezogen wurde. Zusätzlich sind die Orte mit mehr als 2000 Einwohnern (differenziert nach drei Größenklassen) sowie die Bevölkerungszahl der neun Bundesländer, dargestellt in Form einer bildhaften, größenmäßig gestuften Signatur, eingetragen.
Unter den Maßzahlen, die das Verhältnis von Bevölkerung und Raum quantifizieren, ist die arithmetische Dichte (Bevölkerungsdichte) die am einfachsten zu berechnende Größe. Sie gibt die Zahl der Einwohner pro Flächeneinheit (meist pro km2) an. Eine wichtige Frage bei Dichteberechnungen ist jedoch die nach der jeweils sinnvollen Bezugsfläche. Am geläufigsten ist die Verwendung der Gesamtfläche von Staaten oder Verwaltungsgebieten, unabhängig von Unterschieden in der naturräumlichen Ausstattung, der Bewohnbarkeit und den vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten. Dies hat jedoch den Nachteil, dass gerade dort, wo es – wie beispielsweise in den Alpen – ausgedehnte Bergregionen gibt, die gänzlich oder doch weitgehend unbevölkert sind, nur vergleichsweise niedrige Bevölkerungsdichten ermittelt werden, obwohl die Talräume zum Teil eine sogar sehr dichte Besiedlung aufweisen. Es ist daher sinnvoll, andere Bezugsflächen für die Berechnung der Bevölkerungsdichte zu verwenden, um den Unterschied zwischen unproduktiven, unbewohnbaren oder unbewohnten alpinen Öd- und Grünlandflächen oder Waldflächen und dem eigentlichen Siedlungs- und Lebensraum der Bevölkerung, den dichtbesiedelten Talregionen, berücksichtigen zu können.
Aus diesem Grund wurde in der vorliegenden Karte für die Berechnung und Darstellung der Bevölkerungsdichte nicht die Gesamtfläche der Politischen Bezirke (die Katasterfläche) als Bezugsfläche gewählt, sondern der sog. „Dauersiedlungsraum“ (DSR). Dieser umfasst – vereinfacht definiert – die gesamte Katasterfläche abzüglich der Ödland- und Gewässerflächen sowie der alpinen Grünlandflächen und der Waldflächen. Die Tabelle zeigt den Unterschied in der Bevölkerungsdichte der österreichischen Bundesländer bezogen auf die Katasterfläche bzw. auf den Dauersiedlungsraum.
Der Dauersiedlungsraum nimmt nur rund 39 Prozent oder weniger als zwei Fünftel der Gesamtfläche Österreichs ein. In diesem begrenzten Raum sind die Flächen für landwirtschaftliche Produktion, Siedlung, Verkehr, sonstige Infrastruktur, Freizeit und Erholung sowie Schon- und Schutzgebiete sicherzustellen und möglichst konfliktfrei unterzubringen, was für die österreichische Raumordnung und Raumplanung oft keine leichte Aufgabe darstellt. In den meisten westlichen Bundesländern liegt der Anteil des Dauersiedlungsraumes nur bei 20 bis 30 Prozent, und in Tirol, dem mit 55 Einwohnern pro km2 am dünnsten besiedelten Bundesland Österreichs, ballen sich die rund 700 000 Bewohner gar auf nur 12 Prozent der Landesfläche zusammen, sodass die Bevölkerungsdichte im „eigentlichen Siedlungs- und Lebensraum der Menschen“ den mehr als achtmal so hohen Wert von rund 466 Einwohnern pro km2 DSR beträgt – das ist mit Ausnahme des Sonderfalls Wien und des dichtbesiedelten Vorarlberg der höchste Dichtewert aller Bundesländer, während dagegen das Burgenland mit einer Bevölkerungsdichte von 111 Einwohnern pro km2 DSR ebenso wie große Teile Niederösterreichs als auf dem Dauersiedlungsraum vergleichsweise dünn besiedelt erscheint.
Dieser Sachverhalt der räumlich sehr unterschiedlichen Bevölkerungsdichte in Österreich zeigt sich auch bei der Betrachtung der Karte. Die höchsten Bevölkerungsdichten auf dem Dauersiedlungsraum finden sich naturgemäß in Wien und in den anderen Groß- und Mittelstädten sowie im dichtbesiedelten Vorarlberger Zentralraum im Rheintal, gefolgt von den wirtschaftlich dynamischen und bereits stark verdichteten Umlandregionen der meisten Großstädte. Dazu zählen vor allem das südliche Wiener Umland und das nördliche Wiener Becken, der oberösterreichische Zentralraum zwischen Linz, Wels und Steyr sowie die Bezirke Salzburg- Umgebung und Innsbruck-Land mit Bevölkerungsdichten von über 250 Einwohnern pro km2 DSR.
Die Karte zeigt aber auch deutlich, dass diese Dichtewerte in vielen inneralpinen Talräumen ebenfalls erreicht werden, so im Walgau und im Montafon (Bezirk Bludenz), in allen im Tiroler Inntal und seinen Seitentälern gelegenen Bezirken, im zentralen Salzkammergut (Bezirk Gmunden) und in den Industriebezirken der Obersteiermark (Bruck an der Mur und Leoben). Die in den Tiroler Hochalpen gelegenen Bezirke Landeck, Lienz und Reutte beispielsweise, die mit rund 26 Einwohnern pro km2 Katasterfläche neben Tamsweg, Murau, Liezen und Hermagor zu den Bezirken mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte in ganz Österreich zählen (am niedrigsten: Tamsweg mit 21 Einwohnern pro km2 Katasterfläche), verzeichnen im nur 8 bis 11 Prozent der Gesamtfläche umfassenden Dauersiedlungsraum – mit Ausnahme von Murau – alle jedoch Dichtewerte von mehr als 150 Einwohnern pro km2 DSR.
Überhaupt weist – und das ist durchaus bemerkenswert – der österreichische Alpenraum – vor allem im westlichen Teil – mit Bevölkerungsdichten von im Allgemeinen mehr als 200 Einwohnern pro km2 DSR eine zum Teil deutlich dichtere Besiedlung im Dauersiedlungsraum auf als die außeralpinen ländlichen Bezirke Oberösterreichs, Niederösterreichs, des Burgenlands und der Oststeiermark. Mit diesen hohen Bevölkerungsdichten im Dauersiedlungsraum der Alpen sind natürlich viele Probleme der Raumordnung (etwa zunehmende Zersiedelung der knappen Flächen, rasanter Landverbrauch durch die starke Bautätigkeit, Verlust der landschaftlichen Attraktivität durch Entstehung verdichteter Siedlungsbänder, starke Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrsflächen, Fragen der Erhaltung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft) verbunden.

H. Wohlschlägl

Stichworte: Bevölkerungsdichte Demographische Entwicklung Österreich

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